Der politische Druck ist weg, entspannen kann Hans Peis jetzt beim Malen, in seinem Garten oder bei Urlauben. Außerdem engagiert sich der ehemalige Bürgermeister Neuchings weiterhin ehrenamtlich. Heute aber steht das Feiern mit Familie und Freunden im Vordergrund: Der Altbürgermeister wird am Samstag 75 Jahre alt. Zu einem Weißwurstfrühstück im heimischen Garten werden rund 30 Gäste erwartet.
„Der 75. ist doch kein besonderer Geburtstag“, meint Peis bescheiden. Materielle Wünsche hat er nicht. „Ich wünsche mir nur, dass ich fit bleibe“, betont er. Wichtig ist ihm seine Gesundheit, nachdem er im vergangenen Jahr nach Herzproblemen angeschlagen war und eine Herzablation benötigt hatte. „Die Hitze machte mir zu schaffen, aber jetzt geht’s wieder.“
Zur Erholung und zum Abschalten geht es in Kürze gemeinsam mit Ehefrau Helga im Wohnmobil auf Tour. Zuerst hatten die Eheleute sechs Wochen Portugal auf der Agenda. „Doch bei den Waldbränden und auch bei den Dieselpreisen haben wir uns anders entschieden. Denn das wären schon so 6000 bis 7000 Kilometer“, so Peis. Jetzt geht es nach Schwäbisch Gmünd, wo die beiden Patensohn Tom einen Besuch abstatten. Danach führt die Route nach Kroatien und zurück über Venedig mit einem Abstecher zur internationalen Kunstausstellung Biennale. So sieht zumindest jetzt der Reiseplan aus. „Das Schöne am Wohnmobil ist, dass man seine Pläne jederzeit ändern kann“, lacht Peis.
Apropos Fahren: Mehrmals in der Woche ist Peis für den Arbeitskreis Senioren und Soziales als Fahrdienst für Senioren im Einsatz. Er fährt sie zu Arztbesuchen, hilft ihnen beim Einkaufen oder leistet Hilfestellung bei Besorgungen. Auch im Arbeitskreis Chronik sowie im Literaturkreis ist er weiter engagiert. Hinzu kommt die Unterstützung des lokalen Asyl-Helferkreises.
„Ich interessiere mich nach wie vor für Politik, aber sie fehlt mir nicht. Natürlich redet man im Bekannten- und Familienkreis auch über Politik. Und ich bin auch immer wieder mal im Rathaus“, so der Altbürgermeister. Doch er ist froh, mit der Kreistags- und Gemeindepolitik nichts mehr zu tun zu haben. „Dieser Druck ist weg, das ist das Angenehmste. Ich kann jetzt in Erding nach einem Termin mir entspannt eine heiße Schokolade oder ein Eis kaufen“, erklärt er. „Früher war ich noch im Bürgermeister-Modus drin. Da funktionierst du einfach“, blickt er zurück.
Peis‘ großes Hobby ist das Malen. Im April wird er gemeinsam mit Martin Widl im Frauenkircherl Erding ausstellen. „Da habe ich wirklich Lust drauf, nachdem ich die Jahre zuvor nicht so den Drive hatte“, sagt er. In seinen drei heimischen Ateliers entstehen realistische Werke.
DANIELA OLDACH im Edunger Anzeiger vom 22. August 2026